Finanzierung - Finanzierungsregeln


Was ist zu beachten?




Was ist der Unterschied zwischen betrieblicher und privater Finanzierung?
  • Betriebliche Zinsen müssen Sie durch mehr Umsatz finanzieren, Sie können diese aber zu 100 % steuerlich absetzen.
  • Private Zinsen werden durch mehr Gewinn finanziert und müssen aus dem versteuerten Einkommen bezahlt werden, das heißt aus dem Nettoverdienst.
Die Finanzierung entscheidet über Ihre Zukunft – wir haben deshalb das Wichtigste auf den Punkt gebracht und grundlegende Finanzierungsregeln für Sie zusammengestellt:
  1. Finanzierungsregel
    Achten Sie auf eine angemessene Laufzeit der Finanzierung: Diese sollte im Schnitt nicht viel höher sein als die tatsächliche oder steuerliche Lebensdauer (AfA-Zeitraum) der angeschafften Wirtschaftsgüter.
  2. Finanzierungsregel
    Langlebige Wirtschaftgüter sollten auch mit langfristigen Mitteln finanziert werden. Bei nicht abschreibungsfähigen Gütern (GWG) sollte man dagegen kurzfristige Finanzierungsmöglichkeiten vorziehen.
  3. Finanzierungsregel
    Die Fremdfinanzierung von Konsum kann zu Zahlungsunfähigkeit führen. Eine Ausnahme ist die vorübergehende Nutzung des Dispositionskredites, wenn gewährleistet ist, dass bald Zahlungen auf das Konto eingehen.
  4. Finanzierungsregel
    Die Fremdfinanzierung risikoreicher Investitionen kann die Chancen erhöhen und die Risiken sprunghaft vergrößern
  5. Finanzierungsregel
    Betriebsmittelkredite sollten – ausgenommen die Existenzgründung – den Quartalsbedarf an Zahlungsmitteln einer Praxis nicht übersteigen.
  6. Finanzierungsregel
    Wenn Zinsen nicht steuerlich geltend gemacht werden dürfen, finanzieren Sie wenn möglich über Eigenkapital. Denn wenn Sie Zinsen nicht absetzen können, haben Sie keine steuerliche Entlastung.
Conventus Tipp: Sie haben vor, eine Praxis zu gründen und machen sich schon jetzt Gedanken über einen Kostenplan? Oder Sie stecken gerade mitten in der Planung der Praxisfinanzierung? Konzentrieren Sie sich nicht nur auf die betrieblichen Finanzen, sondern berücksichtigen Sie unbedingt auch Ihren privaten Lebensbereich.

Steht außer der Praxisgründung zum Beispiel irgendwann auch eine private Immobilienfinanzierung an? Hier ist das Finanzierungsvolumen nämlich oft höher als das der Praxis.

Eine einseitige Finanzplanung kann Sie am Ende viel Geld kosten: Planen Sie deshalb mit Weitblick – und entscheiden sich so von Anfang an für die Finanzierung, die zu Ihnen und Ihrem Lebensmodell passt.